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Installation & Abnahme Blitzschutz

INFO
Funktion eines Blitzschutzsystems
Ein Blitzschutzsystem schützt Gebäude und Personen, indem es Blitzenergie sicher ableitet und Schäden verhindert. Der äussere Blitzschutz umfasst Fangleiter, Ableitungen und Erdung, die einen direkten Einschlag kontrolliert in den Boden führen. Der innere Blitzschutz verhindert gefährliche Überspannungen und schützt elektrische Anlagen mittels Überspannungsableitern. Durch Potentialausgleich werden alle metallischen Installationen elektrisch verbunden, damit keine Funkenüberschläge entstehen. Ziel ist es, Brände, Personengefahr und Geräteschäden wirksam zu verhindern.
Kategorie
Inhalt
Beschreibung
Bemerkung / Praxisbezug
Kategorie
Installation äusserer Blitzschutz
Inhalt
  • Zugelassene Spenglerei
  • Blitzschutz-Fachfirma (VKF/SES)
  • Elektroinstallateur mit Spezialbewilligung
Beschreibung
Der äussere Blitzschutz umfasst Fangleitungen, Ableitungen und Erdungsanlagen. In der Schweiz wird er überwiegend von spezialisierten Spenglereien oder zertifizierten Blitzschutzfirmen installiert. Elektrofirmen dürfen ihn nur ausführen, wenn sie eine entsprechende Fachbewilligung besitzen.
Bemerkung / Praxisbezug
In der Praxis wird der äussere Blitzschutz fast immer durch Spenglereien ausgeführt, da sie mit Dachdetails und Metallarbeiten vertraut sind. Elektrofirmen konzentrieren sich meist auf den inneren Blitzschutz. Wichtig ist, dass die ausführende Firma im Umgang mit SIA-Normen, VKF-Regelwerk und Erdungsmesstechnik geschult ist. Eine vollständige Dokumentation bildet später die Grundlage für Abnahme, Kontrolle und Haftungsfragen.
Kategorie
Innerer Blitzschutz (Potentialausgleich & Überspannungsschutz)
Inhalt
  • Elektroinstallationsfirma (NIV-bewilligt)
  • Fachplaner Elektro
  • Optional: Blitzschutz-Fachfirma
Beschreibung
Der innere Blitzschutz schützt elektrische Anlagen und Geräte vor Überspannungen. Er umfasst den Hauptpotentialausgleich, den Schutzpotentialausgleich, sowie Überspannungs-Schutzeinrichtungen (SPD Typ 1 3). Zuständig sind in der Schweiz ausschliesslich konzessionierte Elektroinstallationsfirmen nach NIV.
Bemerkung / Praxisbezug
In der Praxis wird der innere Blitzschutz immer von einer Elektroinstallationsfirma ausgeführt,
da er Teil der Starkstrom- und Schwachstrominstallation ist.
Besonders wichtig ist der korrekte Einsatz von SPD-Typen je nach Gebäude

  • Typ 1 bei äusserem Blitzschutz obligatorisch
  • Typ 2 in jeder Unterverteilung
  • Typ 3 bei empfindlichen Geräten

Fachgerechter Potentialausgleich reduziert Schäden massiv. Dokumentiert wird alles über die NIV-Sicherheitsnachweis (SiNa), welcher auch Messwerte und Typenbezeichnungen der SPD enthält.
Kategorie
Abnahme / Kontrolle
Inhalt
  • Selbstkontrolle durch Installationsfirma
  • Kantonale Regelung
  • VKF-Pflichtige Bauten → unabhängiges Kontrollorgan
Beschreibung
Die Abnahme eines Blitzschutzsystems ist kantonal geregelt. In vielen Kantonen führt die Installationsfirma die Grundkontrolle selbst aus. Bei speziellen oder brandschutzpflichtigen Objekten ist ein unabhängiges VKF-Kontrollorgan erforderlich.
Bemerkung / Praxisbezug
Die Abnahme ist nicht überall gleich: Während einfache Wohnbauten meist durch die Installationsfirma selbst kontrolliert werden, verlangen Kantone bei Spitälern, Hochhäusern oder Industrieanlagen zwingend eine externe Kontrolle. Ohne ein gültiges Mess- und Prüfprotokoll gilt die Anlage nicht als betriebsbereit. Das Protokoll bildet zudem die Grundlage für spätere Inspektionen oder Gewährleistungsfälle.
Kategorie
Plan / Skizze (Dokumentation)
Inhalt
  • Fangleitungen
  • Ableitungen
  • Erder
  • Messpunkte und Ohm-Werte
  • Datum, Firma, Kontrolle
Beschreibung
Für Blitzschutzanlagen genügt eine übersichtliche Skizze, sofern alle relevanten Bauteile und Messpunkte eingetragen sind. CAD-Pläne sind nicht zwingend erforderlich.
Bemerkung / Praxisbezug
Eine einfache, klar beschriftete Skizze reicht in der Schweiz vollständig aus, solange sie alle Fangleitungen, Ableitungen sowie Erder und Messpunkte enthält. Wichtig: Die Messwerte müssen nachvollziehbar sein und zum Objekt passen. Die Skizze dient später bei Revisionen, Umbauten oder Reparaturen als unverzichtbare Grundlage, da sie die tatsächliche Führung der Leiter sichtbar macht gerade bei verdeckten Installationen entscheidend.
Kategorie
Wohin werden Plan & Protokoll gesendet?
Inhalt
  • Standardfall → Bauherr
  • VKF-pflichtige Gebäude → Brandschutzbehörde (Kantonale Feuerpolizei)
  • Innere Blitzschutzteile → im Rahmen NIV-Meldung dokumentiert
Beschreibung
Nur bei brandschutzpflichtigen Gebäuden müssen Unterlagen offiziell eingereicht werden. Bei Wohnbauten bleiben die Dokumente beim Bauherrn.
Bemerkung / Praxisbezug
In 90 % der Fälle werden Protokolle nicht an Behörden gesendet, sondern dem Bauherrn übergeben und firmenseitig archiviert. Nur bei VKF-pflichtigen Anlagen (z. B. Spitäler, Industrie, öffentliche Gebäude) müssen Unterlagen an die Feuerpolizei oder kantonale Brandschutzbehörde geschickt werden. Die korrekte Ablage ist wichtig, da Protokolle bei Schadenfällen oder Versicherungsfragen verbindliche Nachweise darstellen.
Erdungssystem
Erdungssystem
Norm / Richtlinie
Norm / Richtlinie
Anforderungen / Hinweise
Anforderungen / Hinweise
Bemerkung / Praxisbezug
Bemerkung / Praxisbezug
Erdungssystem
Fundamenterdung (normale Ausführung)
Norm / Richtlinie
  • SEV 4022
  • SEV 4113
Anforderungen / Hinweise
Wandabstand 5 cm, verz. Band 75 mm² oder Betoneisen aus blankem/verzinktem Stahl DN 10 mm. Anschlusspunkte für äusseres Blitzschutzsystem aus korrosionsfestem Material (V4A oder 8 mm Kupferdraht). Kontrolle vor dem Einbetonieren.
Bemerkung / Praxisbezug
Die normale Fundamenterdung integriert die Armierung als Ringerder in Neubauten. Sie gewährleistet eine dauerhafte Ableitung von Blitzströmen direkt über den Beton ins Erdreich. Vor dem Einbetonieren muss die Kontinuität überprüft werden, da nachträgliche Änderungen sehr aufwendig und teuer sind. Alle Anschlussstellen müssen korrosionsfest ausgeführt werden, um Langzeitfunktionalität sicherzustellen.
Erdungssystem
Fundamenterdung (isolierte Ausführung)
Norm / Richtlinie
  • SEV 4022
  • SEV 4113
Anforderungen / Hinweise
Ausführung wie normale Fundamenterdung. Kein direkter Erdkontakt. Ringleitung aus V4A oder Kupfer mehrfach verbinden: LPS I+II alle 10 m, LPS III alle 15 m. Kontrolle vor Eindecken.
Bemerkung / Praxisbezug
Isolierte Fundamenterdungen kommen bei Minergie-Standard oder ‚schwarzer Wanne‘ zum Einsatz. Sie sind elektrisch vom Erdreich isoliert, weshalb ein Ringleiter zur mehrfachen Verbindung notwendig ist. Dies sichert die Blitzstromableitung auch ohne direkten Bodenkontakt. Vor dem Eindecken ist die Verbindung zum Ringleiter zu kontrollieren, um Normkonformität und Wirksamkeit zu gewährleisten.
Erdungssystem
Ringerder
Norm / Richtlinie
  • SN EN 62305 / SNR 464022 Teil 3
  • SIA 261
Anforderungen / Hinweise
Im offenen Erdreich Mindesttiefe 70 cm, 100 cm Abstand zu Wänden. Mindestens 80% der Länge im Erdreich verlegt und zu einem Ring geschlossen. Kontrolle vor Eindecken.
Bemerkung / Praxisbezug
Der Ringerder ist die Standard-Erdung bei Neubauten. Er sorgt für die sichere Ableitung von Blitzströmen in die Erde und wird um das Gebäude herum geführt. Vor dem Eindecken muss geprüft werden, dass die Ringverbindung geschlossen ist und die Tiefe eingehalten wird, um Wirksamkeit und Sicherheit der Blitzschutzanlage zu garantieren.
Erdungssystem
Tiefen- oder Staberder
Norm / Richtlinie
  • SN EN 62305 / SNR 464022 Teil 3
  • SIA 261
Anforderungen / Hinweise
Wirksame Elektrodenlänge mind. 2,5 m, maximal 10 Ω Widerstand. Jede Ableitung muss mit einem Erder verbunden werden, kürzeste Verbindung zum Schutzpotentialausgleich auf Erdniveau. Vereinfachte Erdung möglich bei Wohnhäusern bis 12 m Firsthöhe.
Bemerkung / Praxisbezug
  • Tiefen- oder Staberder werden vor allem nachträglich installiert oder wenn Ringerder nicht realisierbar ist
  • Sie gewährleisten eine wirksame Blitzstromableitung auch bei bestehenden Gebäuden
  • Jede Ableitung muss sicher verbunden und dokumentiert werden
  • Die maximal zulässige Widerstandsbeschränkung (10 Ω) stellt sicher, dass die Ableitung effizient funktioniert und Schutzpotentialausgleich wirksam ist